Das Stück

Wie aus dem Titel »Das Wasserkartell« leicht abzuleiten ist, geht es bei dem ca. 90-minütigen Musical um die unlauteren Machenschaften einer international operierender Bande, die mit vielfältigen Geschäftsmodellen versucht, mit Wasser Geld zu verdienen. Dabei spielen Aspekte wie der verschwenderischen Umgang mit der wichtigsten Lebensressourcen genauso eine Rolle wie die gezielte Verknappung, um Wasser noch teurer zu machen.

In hitzigen Partynächten wird das „Pure Water“ wie Drogen gehandelt. »Das Wasserkartell« ist ein mitreißendes, emotionales und Fragen aufwerfendes Stück, dass uns alle ein wenig mehr über die Nutzung des Wassers zum nachdenken bringen soll.

In 8 Szenen wird dargestellt, wie »Das Wasserkartell«, eine internationale Verbrecherorganisation, mit der Ressource Wasser global Geschäfte macht. Der für Europazuständige Kontinentalleiter und Hauptdarsteller „Niko“ entwickelt und vermarktet die Droge „Pure Water“. Dabei trifft er auf die engagierte Widersacherin „Hannah“. Im Verlauf des Stücks begegnen sich die beiden immer wieder und Niko beginnt sein eigenes Tun zu überdenken. Das bleibt dem Wasserkartell nicht verborgen und er gerät zunehmend unter Druck. Im weiteren Verlauf des Stücks wird Niko mit den katastrophalen Konsequenzen der Wasserkartellgeschäfte und den davon betroffenen Menschen konfrontiert. Unterstützt durch Hannah plant er seinen Ausstieg aus dem Wasserkartell, was aber nicht einfach ist und in einem finalen Showdown endet.

Neben den ökonomischen Aspekten werden in diesem Musical aber auch die ökologischen, politischen und theologischen Facetten beleuchtet. Ist Wasser doch so viel mehr als nur ein profanes „Lebensmittel“. Der Zugang zu Wasser, besonders zu sauberem Trinkwasser, ist aktuell ungerecht verteilt und wird möglicherweise in den nächsten Jahren zu ganz neuen Verteilungskämpfen führen. Anders als beim Öl, ist Wasser durch nichts anderes ersetzbar. Es ist einzigartig und damit sehr kostbar.


Hier die 8 Szenen im Einzelnen:

Szene 1: Quartals-Management-Meeting von The Water Foundation Inc.
In der Firmenzentrale des global agierenden Konzerns “The Water Foundation Inc.” in New York findet das vierteljährliche Management-Meeting der Kontinentalleiter statt. Die anwesenden Führungskräfte erläutern dem Konzernchef, John River, ihre jeweilige Strategie, wie sie mit Wasser auf ihren jeweiligen Kontinenten Geschäfte machen wollen. Der Europa-Chef und Hauptdarsteller Niko steht hierbei stark unter Druck, was der Konzernchef ihn auch spüren lässt.

Szene 2: Party im Nexus
In der In-Disco taucht der Europachef Niko mit seinen Dealern auf und versucht seine neue Modedroge Pure Water zu verkaufen. Hier trifft er erstmalig auf die engagierte und gläubige Journalistin Hannah, die sich sofort mit ihm anlegt. Das führt auch sofort zum Konflikt zwischen Hannah und ihrer besten Freundin Tina, die sie begleitet.

Szene 3: Gespräch Hannah und Niko
Niko nimmt Kontakt zu Hannah auf. Beide sind noch aufgewühlt von den Ereignissen im Nexus und führen das Gespräch fort. Dieser Dialog wird online geführt.

Szene 4: Meeting in der Europazentrale
Im Besprechungsraum sitzen die Dealer um einen Tisch. Niko preist seine Erfolge. Daraufhin bricht ein offener Konflikt mit seinen „Mitarbeitern“ aus. Sie werfen ihm vor, dass er wegen Hannah nicht mehr so den Geschäften nachgeht, wie es aus ihrer Sicht erforderlich ist. Niko beendet diese Diskussion ziemlich autoritär und lässt keinen weiteren Widerspruch mehr zu.

Szene 5: Alternative Geschäftsmodelle
Nach dem Meeting verlässt Niko den Raum. Die drei Dealer sitzen völlig baff um den Tisch herum. Sie schauen sich fragend an. Die drei r
egen sich tierisch über Niko auf und nehmen ihre Mikros und fangen an zu rappen. Ein Handy klingelt, Luigi geht ans Telefon und führt ein Gespräch mit John River.

Szene 6: Hannahs Monolog
Hannah ist alleine in ihrer Wohnung und ist hin und her gerissen. Sie kann nicht einordnen, wie sie das Verhalten von Niko bewerten soll. Sie
besinnt sich auf ihre Bibel und beginnt zu lesen (Johannes, 14 – 8, 12, Johannes 3, 1-21). Basierend auf diesen Texten hält sie ein „Zwiegespräch“ mit Gott. Danach weiß sie, was sie zu tun hat und verlässt ihre Wohnung.

Szene 7: Die Bekehrung
Niko sitzt allein in einem Konferenzraum und ist in sich gekehrt. Hannah kommt in den Raum setzt ihn in einem längeren Dialog schwer unter Druck und konfrontiert ihn mit den katastrophalen Auswirkungen seines Tuns. Niko bricht irgendwann zusammen. Hannah hilft ihm und überzeugt ihn, umzukehren und die anderen des Wasserkartells ebenfalls zur Umkehr zu bewegen.

Szene 8: Der große Show-Down und die Hoffnung
Hannah und Niko treffen auf die die anderen Dealer und einige Kontinentalleiter. Es kommt zum finalen Show-Down. Ob und wie eine gemeinsame Zukunft für Hannah und Niko aussehen kann, wird sich zeigen...



Die Musik


Ein Musical lebt von visuellen Eindrücken und von der Vielfalt musikalischer Einflüsse, die sich in Melodien und Songarrangements wiederspiegeln. Ein Musical lebt aber auch von der persönlich emotionalen Betroffenheit des Publikums; so charakterisieren Musikstücke vor allem die handelnden Personen, transportieren Emotionen und sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Handlung, Darstellern und Publikum.

Die Musik des „Wasserkartells“ ist dahingehend heterogen angelegt und vereinigt verschiedene musikalische Stilelemente, die sich aus der jeweiligen Situation einer Szene ableiten oder am Text orientieren. So finden sich romantische Anklänge im „Chor der Bekehrten“, der einen Psalm-Text als Grundlage hat oder in „Hannahs Song“, der in sentimentaler Weise die Gefühlsschwankungen der Hauptprotagonistin durch Solisten, Chor und Band auf die Bühne projiziert. An anderer Stelle durchdringen Hip-Hop-Beats die Partyszene und stellen in einer weiteren Dimension die kühle, laute Atmosphäre einer Disco her, in der Tänzer, Musiker, DJ und Gäste typische Einlagen zeigen. Musik im Stil aktueller Songwriter, solistisch und chorisch mit Bandbegleitung, lockern die einzelnen Szenen auf und werden beim Zuhörer möglicherweise zu Ohrwürmern. Das Motto-Lied „Damit ihr Hoffnung habt“ in der letzten Szene basiert auf dem Text des ersten Petrus-Briefes, nutzt in seiner musikalischen Umsetzung Chor und Band und zeigt gegen Ende des Stückes nochmals die Flexibilität der agierenden Musikerinnen und Musiker.

Komponiert wurde die Musik zum Musical „Das Wasserkartell“ von Alfons Haselhorst (*1969), der an der Hochschule für Musik in Detmold Schulmusik und an der Universität Paderborn Kath. Religionslehre studiert hat. Er ist als Lehrer am Niklas-Luhmann-Gymnasium in Oerlinghausen tätig und arbeitet seit vielen Jahren mit Chören, Bands und Orchestern zusammen. Seine die Grenzen von U- und E-Musik übergreifende Musiksprache orientiert sich an den Bedürfnissen des aktuellen Musicals, wobei der live-Charakter im Vordergrund steht.